Von Goethe bis Kästner: Balladen-Lesung am 1. November in der Musikschule Haßloch

Im Reich der Lyrik sind sie die wohlfeilen Schocker, gemacht, um ihre Leser oder Hörer frösteln zu lassen. Denn vorzugsweise erzählen Balladen von schaurigen Verbrechen und unheimlichen Begegnungen, von unglücklichen Lieben und nassen Toden. Da treten hexenhafte Nixen auf und unsichtbare Verführer. Da werden Schlösser verflucht und Freunde gemeuchelt. Da triumphieren Naturgewalten über Mensch und Menschenwerk. Kai Scharffenberger vom Haßlocher Theater im Hof hat für seine Balladen-Lesung Klassiker wie Goethes „Erlkönig“ und Schillers „Taucher“ ausgewählt, aber auch Entlegenes und Kurioses aufgespürt: Wer kennt schon Emanuel Geibels mörderische Goldgräber-Story? Oder Scheffels parodistischen Abgesang auf die Saurier-Zeit? Auch der neusachliche Erich Kästner kommt zu Wort: Er gibt der Ballade den ihm eigenen nüchternen Ton. Musikalisch umrahmt wird die Lesung vom Pianisten Andreas Reichel aus Frankfurt. Zwischen den Texteinheiten spielt er Stücke unter anderem von Robert Schumann und Johannes Brahms.
Dienstag, 1. November (Allerheiligen), 19 Uhr, Haßloch, Musikschule, Rösselgasse 5; Karten an der Abendkasse