Die Rheinpfalz : Spatenstich für das Kulturviereck

„Ein Markenzeichen der Gemeinde“ 

hassloch: Gestern erster Spatenstich für das Kulturviereck in der Gillergasse – In 15 Monaten soll 2,3-Millionen-Projekt stehen

„Das ist ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der Gemeinde, mit dem eine Bedarfslücke geschlossen wird“: Auf diesen Nenner brachte Bürgermeister Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) gestern Nachmittag das Projekt „Kulturviereck“ in der Gillergasse, für das der erste Spatenstich vollzogen wurde. In etwa 15 Monaten soll die Veranstaltungsstätte eröffnet werden.

Wie berichtet, soll das Kulturviereck, das neben dem Ältesten Haus entsteht, 2,271 Millionen Euro kosten. Das Land Rheinland-Pfalz beteiligt sich daran mit einem Zuschuss von 880.000 Euro.

800 Quadratmeter Nutzfläche sollen in dem Neubau zur Verfügung stehen, davon 200 Quadratmeter in einem rund 200 Personen fassenden Saal mit Bühne. Daneben werden unter anderem ein Versammlungsraum mit 130 Quadratmeter Größe und im Obergeschoss des Mittelbaus eine Ausstellungsfläche für die von Rudolf Sang gestiftete Suiseki-Steinesammlung entstehen. Auch das Museum erhält weitere Räume (Bistro, Gastraum, Büro, Archiv).

Erstmals werde eine reine Veranstaltungsstätte entstehen, „die seit Jahren gefordert und benötigt wird“, sagte Ihlenfeld vor Vertretern aus der Kommunal- und Landespolitik sowie des gesellschaftlichen Lebens. Ziel sei es, ein „Markenzeichen“ zu schaffen, dass über die Grenzen der Gemeinde hinaus Bedeutung habe und mit einem besonderen kulturellen Angebot verbunden sein werde.

Ihlenfeld ging nur am Rande auf die jahrelange Vorgeschichte des umstrittenen Projekts ein, mit dem sich seit Anfang der 1990er Jahre die Gremien der Gemeinde und die Öffentlichkeit beschäftigt hatten. Dabei ging es unter anderem um Fragen des Denkmalschutzes, um die Standsicherheit und den Abriss der alten Fachwerkscheune auf dem heutigen Baugelände, um den Standort, die Kosten und Folgekosten, den Bedarf, das Raumprogramm und das Nutzungskonzept.

Der Bürgermeister bedauerte, dass nicht alle Eingeladenen zum ersten Spatenstich gekommen waren. An die Adresse einiger Kritiker des Kulturvierecks sagte er, diese würden nach der Fertigstellung sicherlich auch den Weg hierher finden. Ihlenfeld erinnerte an den Grundsatzbeschluss, mit dem der Gemeinderat im September 2007 die Weichen für das Kulturviereck gestellt hatte. Damals sei man von 2,26 Millionen Euro Kosten ausgegangen. Es sei „fast ein Wunder“, dass die Kostengrenze eingehalten werden könne und das Ergebnis der Ausschreibung mit 2,3 Millionen Euro eine „Punktlandung“ ermöglicht habe. Die Ausschreibung der Arbeiten sei zu einem von den Kosten her günstigen Zeitpunkt erfolgt. Auch im Vergleich mit früher diskutierten Alternativen sei das Kulturviereck eine relativ kostengünstige Maßnahme – trotz eingearbeiteter Verbesserungen wie beispielsweise der separate Bühnenzugang, der Aufzug und die verstärkte Wärmedämmung der Außenwände.

Spätestens mit der Entscheidung, das Feuerwehrhaus zu sanieren und zu erweitern, sei die Alternative, auf dem Jahnplatz ein Bürgerhaus zu bauen, kein Thema mehr gewesen. Ebenso sei der Saal Löwer als Bürgersaal „zwar reizvoll, aber teuer“. Dort gelte es einen privaten Investor zu finden, um eine sinnvolle Nutzung zu erreichen.

Bis das Kulturviereck steht, soll ein endgültiges Betriebskonzept entwickelt werden, sagte Ihlenfeld. Innerhalb der Verwaltung müssten die personellen und inhaltlichen Strukturen geschaffen werden, um die Vergabe der Räume zu regeln. Daneben soll dafür gesorgt werden, dass auch das Wohnumfeld rings um die Gillergasse „mit dem Kulturviereck leben kann“. Den Neubau bezeichnete er als „anspruchsvolles Vorhaben“, das einen weiteren guten Schritt für die Gemeinde bedeute.

Architekt Hagen Eckert vom beauftragten Büro Eckert und Rosenberger sagte, der Werdegang des Projekts bis zum ersten Spatenstich habe allen Beteiligten viel Kraft abverlangt. Präzise Planung und geschicktes taktisches Vorgehen bei der europaweiten Ausschreibung hätten es ermöglicht, mit den Kosten auf das Niveau von 2006 zu kommen. Das Kulturviereck wird laut Eckert „ein eigenständiger Bau ohne Aufdringlichkeit, der sich in das Straßenbild und zum Museum hin einfügt“. Die Räume würden variabel gestaltet, um privaten wie öffentlichen Zwecken zu genügen. (guh)



Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Mittelhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.93
Datum: Donnerstag, den 22. April 2010

HAASG